5. Oktober 2016

RUNNING. Mein erster Halbmarathon

Ein Foto, kurz nachdem ich ins Ziel gelaufen bin!

Endlich war es soweit! Ich bin am 03.10. meinen ersten Halbmarathon gelaufen! Jetzt, wenn ich diesen Text schreibe, einen Tag danach, bin ich immer noch völlig durchflutet von Glück und kann immer noch nicht glauben, dass das Erlebnis jetzt hinter mir liegt. Auf dem Foto oben, war das Ganze schon geschafft. Mit diesem fetten Grinsen laufe ich übrigens noch immer herum. In diesem Beitrag möchte ich Dir berichten, wie ich den Tag erlebt habe, wie der Lauf für mich war und natürlich ob ich meine angepeilte Zeit von 2:20h auch geschafft habe! 

Ich habe noch gut Lachen und grinse kurz vor dem Start vor mich hin.

Die Stunden vor dem Halbmarathon

Mein Wecker klingelte am Montag um 07:45 Uhr, weil ich mich um Punkt 8 Uhr für Kurse an der Uni anmelden musste. Das heißt, ausschlafen war nicht angesagt. Auch am Abend vorher war ich sehr unruhig und wahnsinnig aufgeregt. Am Morgen bin ich dann durch die Wohnung getigert und konnte kaum glauben, dass der Tag schon gekommen war. Würde ich die Distanz schaffen? Im Training bin ich immer höchstens 17km gelaufen. Was sollte ich denn nur anziehen? Der Blick aus dem Fenster versprach kaltes, graues, nasses Wetter und das Thermometer zeigte lediglich 11°C an. Brrr. Aus meinen schicken neuen Laufshorts (die ich natürlich schon eingelaufen hatte) wurde also nichts.

Zum Frühstück gab es für mich eine gute Portion Dinkel-Porridge. Ich kochte einfach Dinkelflocken mit Wasser auf und rührte solange, bis eine breiige Konsistenz erreicht war. Darüber gab ich ordentlich Zimt, eine halbe Birne und etwas Agavendicksaft. Carbs for the win! Ich habe kein Problem mit Kaffee mit einem Schuss Milch vor dem Lauf, daher habe ich mir diesen auch gegönnt. Die Mahlzeit nahm ich knapp 4h vor meinem Lauf ein. Die Aufregung steigerte sich Stunde um Stunde und gegen 12 Uhr ging es auch schon los. Wir fuhren mit der Bahn in die Stadt hinein, da die Strecke so am leichtesten zu erreichen war. Im Zug zwang ich mich dann noch dazu, eine Banane zu essen. Als wir dann am Start ankamen, liefen gerade die letzten Läufer des 10km-Laufs ein, der vor dem Halbmarathon stattgefunden hatte. Rote Gesichter, verschwitze, schmerzende Körper, wohin das Auge auch blickte. In mir kamen wieder Zweifel auf, die ich allerdings nicht zu Wort kommen ließ.

Ein letzter Gang auf die Toilette, ein letzter Schluck aus der Wasserflasche, eine ordentliche Umarmung von Freunden und Verwandten und ein letzter Kuss vom Freund. Dann reihte ich mich in meinen Block ein, und mischte mich unter die über 3000 Läufer. Aufregung, Angst und Zweifel waren wie weggefegt. In mir war die pure Lauflust und eine riesige Motivation, wie ich sie noch nie gespürt habe. Ich hatte so, so Bock auf diesen Lauf! Kurz vor dem Startschuss hieß es: Musik an, Welt aus. 13:30 Uhr! Und dann ging es los. 

Ein Cocktail aus Glück und Adrenalin

Ich kam langsam in Bewegung. Logischerweise gab es ein ordentliches Gedrängel und Stau. Ich startete gemächlich, so wie ich es trainiert hatte. Die erste Runde etwas langsamer als die zweite. Läufer um Läufer zogen an mir vorbei, gaben Gas, als wären Sie schon beim Endspurt. Ich kam tatsächlich etwas ins Wanken, ob ich mich davon beeinflussen lassen sollte, doch ich zwang mich dazu, mein Tempo beizubehalten. Ich wollte meine Reserven aufsparen und mich nicht schon am Anfang verausgaben. Im Nachhinein ist mir klar, warum ich am Anfang ständig überholt wurde: Ich hatte mich eigentlich in den dritten Block eingeordnet, Zielzeit über 2h, also eigentlich das letzte Drittel der Teilnehmer. Leider ordneten sich anscheinend so viele in die vorderen Blöcke ein, dass sich alles nach hinten verschob und ich letztendlich im vorderen Viertel startete. Um mich also nur Läufer, die eine Zeit von etwa 1:30h anpeilten. Upps!

Doch davon ließ ich mich aber nicht aus der Ruhe bringen. Ich fühlte mich gut und das Gefühl in der Masse zu laufen war einfach unbeschreiblich. So viele Menschen, die anfeuerten und lachten und schrien - ich war durchflutet von Adrenalin. Die ersten paar Kilometer dachte ich überhaupt nicht nach was ich da eigentlich tat, ich bewunderte einfach andere Läufer, bewunderte die fremde und schöne Laufstrecke und grinste den Leuten am Rand der Strecke zu. Und in Null-Komma-Nichts lag auch schon die 5km Marke hinter mir. Bei Kilometer 7 dann, erblickte ich meine Freunde und Familie am Streckenrand, hörte die Schreie und meinen Namen. Ich grinste zurück, gab natürlich alles und klatschte sie ab. Dieses Gefühl ist so, so unbeschreiblich! Es fühlte sich so unglaublich toll an und gab mir Energie! 
Voller Freude klatsche ich meine Freunde und Familie ab!

Aufgeben ist keine Option

Als ich die erste Hälfte geschafft hatte und das erste Mal über die spätere Ziellinie lief, fühlte ich mich federleicht. 10km war ich im Training unzählige Male gelaufen und ich wusste, dass ich danach noch ordentlich Energie für einen schnellen Endspurt oder weitere gemächlichere Kilometer hatte. Dies war auch der Moment, wo ich zum ersten Mal auf meine Zeit achtete: die Uhr sage 1:02h. Ich hätte heulen können vor Glück, als mir klar wurde, dass ich den Halbmarathon in unter 2:20 laufen würde! Ich lief weiter und fand sogar im stillen Einvernehmen einen super Pacemarker. Etliche Kilometer liefen wir zusammen weiter, bis er schließlich an einer Getränke-Station halt machte und nicht mehr weiter lief. Das war sehr traurig. Auf der Strecke gab es vier Stationen - ich nahm jede einzelne mit. 2 Mal Wasser, 2 Mal Iso-Getränke. Auf Gels und sonstige Nahrung verzichtete ich - das hatte ich nie trainiert und war auch nicht mein Ding. 

Dann kam die 17km Marke. Und an diesem Punkt dachte ich, ich könnte diesen Lauf nie, nie, niemals beenden. Meine Beine waren plötzlich schwer, meine Lunge fühlte sich an wie aus Stein und mein Hüftgelenk schmerzte. Im Kopf sagte ich mir ein Mantra vor: "Du schaffst das, Du willst das, das ist Dein Tag! Du läufst durch dieses Ziel! Und Du wirst NICHT kriechen! Aufgeben ist keine Option!" Dieses Gefühl hatte ich, bis ich die 20km Marke erreichte. Schon von weitem sah ich, wie die Läufer vor mir die Marke abklatschten und im vorbeilaufen darüber fassten. Ein Laufpaar direkt vor mir lachte sich an und rief: "Geil!" Und genau das dachte ich mir auch. Nur noch 1,1 km. Ich konnte schon die Trommler von der Samba-Gruppe hören. Je näher man dem Ziel kam, desto lauter wurden die Rufe der Zuschauer. Und dann war ich plötzlich frei. Die Schmerzen waren wie weggeblasen und ich hatte wieder Energie, von der ich nicht sagen kann, woher sie kam. Ich nahm alle Reserven zusammen und überholte die Läufer vor mir, als wäre es nichts. Mein Grinsen wurde immer breiter. Als ich dann das Ziel erblickte, hatte ich am ganzen Körper Gänsehaut. Ich grinste, ich lief, in meinem Kopf war nur ein Gedanke: "Du hast es verdammt nochmal geschafft!" Und dann lief ich durchs Ziel.

Kurz nach dem Einlaufen ins Ziel grinse ich breit.
Mein erster Halbmarathon war ein voller Erfolg!

Das Gefühl danach ist einfach unbeschreiblich. Ein riesen Dank geht auch an meine Liebsten: Die sich zwei Stunden lang in den Regen stellten und mich tatkräftig angefeuert haben. Ohne sie wäre ich wohl nur halb so motiviert gewesen. Auch auf den Sozialen Netzwerken wurde ich so toll motiviert und dafür bin ich unglaublich dankbar! 

Heute - einen Tag danach - laufe ich noch immer mit einem Dauergrinsen durch die Gegend. Es fühlt sich richtig gut an: Ich bin einen Halbmarathon gelaufen. Meine Zeit? In meinem letzten Halbmarathon-Update habe ich erzählt, dass ich eine Zielzeit von 2:20h geplant habe. Letztendlich bin ich mit einer Netto-Zeit von 2:06h durch das Ziel gelaufen. Fast 15 Minuten schneller, als ich es mir vorgenommen hatte. Ich bin das Ding mit einer 5er Pace gelaufen. Klar ist noch viel Luft nach oben. Aber es war mein erster Halbmarathon und ich bin super, super stolz darauf, das geschafft zu haben. Meine Beine tun heute zwar höllisch weh, aber das macht überhaupt gar nichts. Ich weiß nur eins: Ich will mehr davon. Ich will viel, viel mehr davon! 



Kommentare:

  1. Richtig geile Leistung von dir! Ich bin mega motiviert, es dir nächstes Jahr gleichzutun und auch für den Halbmarathon zu trainieren :) Danke für die Tüte Motivation!

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    1. Hallo! Das freut mich super zu hören! Es macht wahnsinnig Spaß diese Begeisterung teilen zu können! :)

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